Die Grausamkeiten hinter dem Fest von San Fermin (Pamplona, Spanien)

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Alle Stiere, die während der Stiertreiben, "encierros" genannt, vom 7. bis zum 14. Juli über die Straßen Pamplonas rennen, werden noch am selben Abend im Namen von San Fermín und seinem traditionellen "Fest" getötet.
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Die Grausamkeit der Stiertreiben von San Fermín

Alle Stiere, die während der Stiertreiben vom 7. bis zum 14. Juli über die Straßen Pamplonas rennen, werden noch am selben Abend im Namen von San Fermín und seinem traditionellen "Fest" getötet. Das Quälen und Töten wehrloser Tiere sollte nicht als eine Tradition gefeiert werden. Oft werden Traditionen dazu benutzt, um schreckliche Tatsachen zu rechtfertigen, wie Kinderarbeit oder Sklaverei. Aber nur weil etwas eine Tradition ist, bedeutet das nicht, dass es ethisch korrekt ist. Die Stiertreiben sind ein grausamer Sport, der nur in Geschichtsbüchern existieren sollte. Egal, was Andere sagen, Stierkämpfe bedeuten Quälerei, Demütigung und das Töten unschuldiger und wehrloser Tiere zur Unterhaltung einiger weniger Menschen.

Die Stiertreiben von San Fermín

Die Stiere werden auf dem Land aufgezogen und sind daher nicht an den Lärm und Menschenansammlungen gewöhnt. Sobald sich die Türen zur Arena öffnen, werden sie durch Elektroschocks und Schreie zum rennen bewegt, sodass sie "angreifen" und mit voller Geschwindigkeit herumrennen, während sie mit Zeitungen geschlagen und von den "Corredores" (Läufern) gereizt werden.

Die Kurven der Straßen Pamplonas sind sehr eng, sodass die Tiere ausrutschen oder hinfallen und mit Mauern oder den errichteten Schutzbarrikaden kollidieren, wobei sie sich verletzen. Sie verletzen sich auch gegenseitig, wenn sie als Gruppe übereinander fallen. Zudem fügen sie auch den Läufern Verletzungen zu, die mit ihnen in den Straßen rennen.

Allen Stiere, die morgens durch Pamplona rennen, steht ein schrecklicher Tod in den Stierkämpfen bevor. Diese werden nachmittags in der gleichen Arena durchgeführt, in der sie morgens eingesperrt werden. (Fotografie: Xavi Talleda)

Die Stierkämpfe

Jedes Jahr werden mehr als 40.000 Stiere auf barbarische Weise in den Stierkampfarenas Spaniens getötet.(1) Die Mehrheit der Zuschauer sind Touristen, die noch nie zuvor einen Stierkampf gesehen haben, und beim Verlassen der Arena wollen sie nie wieder einen sehen. Die Stierkämpfe sind abstoßend, blutig und traurig wegen der Grausamkeiten, die den Tieren angetan werden.

Der Name "Stierkampf" ist irreführend, da es sich immer um einen Kampf zwischen einem mit einem Schwert bewaffneten Torero und einem verwirrten ausgehungerten und psychisch gefolterten Tier handelt.

Die Tourismusindustrie ist eine der wichtigsten Unterstützungen für den Stierkampf. Die Reisebüros und Vermarkter der Stierkämpfe oder der Eintrittskarten verkaufen Stierkämpfe als eine gerechte Veranstaltung, ein kulturelles Fest. Aber sie verraten nicht, dass der Stier keine Chance hat, sich zu verteidigen und noch viel weniger, die Torturen zu überleben, die ihm die Waffen des Toreros und seiner Gruppe bewaffneter Männer zufügen.

Die Stiere werden auf verschiedene Weise geschwächt, wie durch Nahrungsentzug oder das Einsperren in eine dunkle Holzkiste. Oft werden den Tieren auch Drogen verabreicht. Eine von der Universität Salamanca durchgeführte Studie belegt, dass 20% der für Stierkämpfe genutzten Stiere vor dem Betreten der Arena unter Medikamente gesetzt werden. Von 200 Stieren wurden jedem fünften antientzündliche Medikamente verabreicht, die die Wunden verbergen, unter denen das geschwächte Tier sonst leiden würde.(2)

Eine weitere gewöhnliche Praktik ist das "Abrasieren" (afeitado) der Hörner, die dabei um einige Zentimeter gekürzt werden.(3) Die Hörner der Stiere sind wie die Schnurrbarthaare der Katzen, sie helfen den Tieren, sich zu orientieren. Deshalb beeinträchtigt eine Veränderung der Länge der Hörner die Koordination der Tiere. Das "Abrasieren" ist illegal, weshalb die Hörner nach dem Kampf einer tierärztlichen Untersuchung unterzogen werden. 1997 organisierte das Bündnis der Stierkampfexperten ("Confederación de Profesionales de la Tauromaquia"), die 230 spanische Toreros einschließt, einen Aufstand gegen diese tierärztlichen Untersuchungen.(4)

In einem gewöhnlichen Stierkampf kommt der Stier in die Arena und wird von dem "Picador" gequält. Er reitet auf einem Pferd, dessen Augen verbunden sind. Er sticht ein Schwert in den unteren Teil der Lende des Stiers, in die Halsmuskeln. Dadurch muss der Stier seinen Kopf senken und beginnt auszubluten.

Danach betreten die "Banderilleros" zu Fuß die Arena und lenken den Stier ab indem sie an seine Seite springen und Banderillas, die mit einem Wiederhaken versehen sind, in ihn hineinstoßen. Sie bohren sich in die Schulter des Stiers.(5)

Sobald der Stier erste Anzeichen von Schwäche durch den Blutverlust zeigt, lassen ihn die "Banderilleros" Kreise rennen, sodass ihm schwindelig wird. Letzten Endes erscheint der "Matador", der den Stier weiter provoziert. Dieser greift erschöpft dessen rot-gelbes Tuch an. Später, wenn der Stier entkräftet ist und kaum noch atmet, tötet ihn der Matador, indem er ein 80 cm langes Schwert in ihn hineinstößt.(6) Wenn ihm das misslingt, ruft er einen Henker, der dann das erschöpfte und unterwürfige Tier ersticht.

Der Dolch (descabello) soll das Rückenmark der Tiere durchtrennen, aber gewöhnlich gelingt das nicht. Somit ist der Stier noch bei Bewusstsein, wenn er an den Hörnern festgekettet aus der Arena gezogen wird.(7)

Wenn das Publikum mit der "Arbeit" des Matadors zufrieden ist, werden dem Stier die Ohren und/oder der Schwanz abgeschnitten, die dem Matador als Trophäe überreicht werden. Einige Minuten später betritt ein anderer lebender Stier die Arena, sodass dieses grausame und blutige Schauspiel von vorn beginnen kann. Jeder Tag des "Festes" fordert 6 tote Stiere.

Stierkämpfe sind feige. Der Torero hat die Wahl, dort zu sein, der Stier nicht. Von dem Moment an, wo er die Arena betritt, hat der Stier keine Chance, diesem grausamen Tod zu entkommen. Erst wurde er durch den Hunger geschwächt, dann werden ihm seine Halsmuskeln durchtrennt, er fängt an auszubluten. Der Torero stößt das Schwert durch die lebenswichtigen Organe des Stiers, und schließlich erstickt dieser an seinem eigenen Blut.

Widerstand gegen die Stierkämpfe

In ganz Spanien und dem Rest der Welt gibt es Widerstand gegen die Stierkämpfe. Im April 2004 erklärte das Bürgermeisteramt von Barcelona die Stadt "stierkampfgegnerisch", als Versuch, diesen blutigen Kampf zu verbieten. Seitdem sind 38 katalanische Gemeinden diesem Beispiel gefolgt, und die katalanische Regierung debattiert über die Erweiterung des existierenden Gesetzes gegen Tierquälerei, um damit auch die Stiere zu schützen.

Nach der Umfrage Gallup im Oktober 2006 sind 72% der Spanier nicht an Stierkämpfen interessiert, mehr als 54% mehr als in den 80er Jahren.(8) Wenn Spanien die Zahl seiner Touristen erhöhen möchte, und wenn es ein modernes und fortschrittliches Land sein möchte, muss es diesem Absurden Abschlachten von Tieren zur Unterhaltung ein Ende bereiten. 

Pferde in den Stierkämpfen

Die Stiere sind nicht die einzigen Opfer der Stierkämpfe. Den Pferden, die in den Stierkämpfen verwendet werden, werden die Augen und oft auch die Ohren verbunden, dass sie nichterschrocken flüchten, wenn der Stier angreift. Oft verletzt sie der terrorisierte Stier mit seinen Hörnern, wenn er sich zu verteidigen versucht oder einen Weg zur Flucht vor den Schmerzen sucht, die die Lanzenspitze des „Picadors“ verursacht. Jedes Jahr sterben etwa 200 Pferde in den Stierkämpfen.(9)


Unblutige Stierkämpfe (Portugiesische Stierkämpfe)

Trotz ihres Namens sind die unblutigen Stierkämpfe alles andere als "unblutig". Der Stier wird mit Banderillas im Rücken in die Arena losgelassen, welche tiefe Wunden und Blutverlust verursachen. Der durch die Schmerzen traumatisierte Stier wird von einer Gruppe von 8 "Forcados" gequält, 7 davon halten den Kopf fest und der achte zieht am Schwanz, bis das erschöpfte Tier aufgibt. Dann wird der Stier aus der Arena getragen und in einen Pferch gesperrt, wo er blutend auf seinen Tod wartet, der Stunden oder Tage später sein kann.(10) (Fotografie: F. R. Morais)

Referenzen

1) Emma Daly, “Fears of Mad Cow Disease Reach Bullfighting Rings”, The New York Times 11 Feb 2001.
2) “One-Fifth of Spain’s Fighting Bulls Drugged?” Reuters, 28 Nov 2000.
3) Al Goodman, “Machismo vs. Money: Whose Bull Is Gored?” The New York Times 9 Mar 1997: E6.
4) Goodman, op. cit.
5) Bill Lyon, “A Slaughter That Is Really a Slaughter”, The Philadelphia Inquirer 27 Jul 1992: C1.
6) Tony Hendra, “Man and Bull”, Harper’s Magazine Nov 1996: 69.
7) Lyon, op cit.
8) Fiona Govan, “Bullfighting’s Future in Doubt”, The Daily Telegraph 21 Dec 2006.
9) Fight Against Animal Cruelty in Europe,
“Cheating Practises”.
10 Comité Anti Stierenvechten, "Bullfighting in Portugal 'Touradas'".